• Interview mit pure

    Interview mit pure

    Design, das berührt. Tom Schönherr hat das moderne deutsche Design wesentlich geprägt und die Individualisierbarkeit der Massenproduktion mit wegeisenden Entwürfen maßgeblich vorangetrieben. Im Interview mit dem Magazin pure spricht der Mitgründer von Phoenix Design über individuelle Bedürfnisse, chinesische Vorlieben und mehr – komplett nachzulesen in der pure Edition 03/2017.


    Henry Ford, der die Fließband-Produktion erfunden hat, soll einmal gesagt haben, der Kunde könne seine Autos in jeder beliebigen Farbe bekommen – solange es nur Schwarz sei. Lange Zeit hatte man tatsächlich den Eindruck, als wären Massenproduktion und individuelle Ansprüche unvereinbar. Inzwischen setzt hier nicht nur ein theoretisches Umdenken ein, sondern auch die ganz praktische Möglichkeit, in Großserie hergestellte Produkte gezielt hin auf individuelle Bedürfnisse zu produzieren. Was hat den Wandel verursacht?

    Tom Schönherr: Als unsere Waren noch handwerklich hergestellt wurden, waren sie zugleich Unikate, mit denen man sich identifizieren konnte. Durch Massenproduktion lassen sich Produkte zwar günstiger herstellen – gleichzeitig steht sie dem Wunsch der Menschen nach Einzigartigkeit und Besonderheit entgegen. Dieses individuelle Verlangen nach Einmaligkeit ist aber unverändert geblieben und in unserem westlichen Kulturkreis besonders ausgeprägt.

    Wird sich dieser Trend weiter verstärken?

    Tom Schönherr: Wir stehen erst am Anfang einer entscheidenden Entwicklung. Der 3D-Druck eröffnet gerade völlig neue Möglichkeiten, Sportschuhhersteller sind hier Vorreiter, indem sie individuelle Muster stricken. Aber auch da stehen wir erst am Anfang, weil künftig nicht nur die Farbe oder das Muster eines Schuhs individualisiert werden, sondern die ganze Form mit beeinflußt wird.

    Wird die Bedeutung des Designs inzwischen überhöht? Design ist neben der Marke kaufentscheidend – und die Marke wiederum wird entscheidend vom Design geprägt?

    Tom Schönherr: Wenn technische Unterschiede nur noch marginal ausfallen, entscheiden Design und Gefühle. Viele Produkte lassen sich ja auch nicht wirklich in der Tiefe beurteilen, die Unterschiede sind nicht länger relevant, auch dadurch bekommt das Design noch mehr Bedeutung.

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